Iron May – Nachbetrachtung eines Diabetikers zum 1sten Frankfurt City Triathlon
Gestern war es soweit, mein erster Start bei einem Triathlon, diesmal die Jedermann Distanz beim Frankfurt City Triathlon über die Strecke von 400m Schwimmen, 13km Fahrrad und 5km Laufen.
Zuallererst, ich bin erfolgreich im Ziel angekommen, ohne riesige Probleme.
Die Finisher-Zeiten können hier eingesehen werden. Es gibt jedoch dennoch ein paar Punkte, die ich persönlich verbessern kann, insbesondere bei meinem Diabetes. Leider musste ich bereits um 6:45 am Langener Waldsee sein, da ich ja mit dem Zug und dem Bus anreisen musste. Das war für meine Verhältnisse echt zu früh. Ich bin zuhause also mit einem recht hohen BZ gestartet und habe ein wenig korrigiert. Dann habe ich am Waldsee noch ein Brot gegessen (so ca. 1,5 Stunden vor dem Start, 1BE). Dies habe ich mit nur 1 IE korrigiert (normal wären zwei gewesen). Mein Blutzucker (BZ) vor dem Rennen war also um die 240 mg/dl. Nach dem Schwimmen, bei dem ich leider recht schlecht performt hatte, war mein BZ dann bereits auf 312 mg/dl, deutlich zu hoch für den Start in einem solchen Rennen. Dieser Wert bedeutete auch, das ich in der Wechselzone noch auf die Toilette musste, was natürlich zusätzlich Zeit gekostet hat. Außerdem hatte ich beim Schwimmen dadurch auch eine schlechte Performance, da mir einfach die Kraft fehlte, meine Beine oben zuhalten, und das obwohl ich nur Brust geschwommen bin. Leider hatte ich auf mein Insulin erst wieder in der 2ten Wechselzone Zugriff, so dass ich mit diesem Wert auf die Radstrecke gehen musste. Das lief dann schon ein wenig besser, da der BZ sich langsam senkte, und ich konnte mich während der Fahrt auch testen (mit dem neuen Accu-Chek mobile, das ich vor dem Wettkampf erworben hatte. Der BZ senkte sich kontinuierlich, was auch wieder ein wenig Leistungsfähigkeit bedeutete. Nach dem Rad bin ich dann mit einem BZ von 160 in die Wechselzone zum Laufen gekommen, so dass ich hier nichts unternahm. Den Lauf habe ich dann mit einer Phänomenalen Zeit von 22min. abgeschlossen. Das ist für mich ein echter Rekord.
Nun, was habe ich nun daraus gelernt? Mein Körper reagiert morgens komplett anders auf Sport als abends. D.h., das ich beim nächsten Wettkampf mit einem deutlich niedrigeren BZ (so um die 160 mg/dl) an den Start gehen werde und dann in den Wechselzonen auch weiterhin meinen BZ messen werde und dann auch entsprechende Kohlenhydrate über Gels und/oder Traubenzucker zu mir führen werde. Insulin deponiere ich das nächste Mal in jeder Wechselzone. Diesmal hatte ich aus Angst vor einer Unterzuckerung nur Gels und Traubenzucker deponiert, diese habe ich aber diesmal wirklich nicht gebraucht. Bei einer längeren Strecke werde ich auch neben dem Malto-Apfelsaft-Gemisch, das ich auf dem Fahrrad hatte, zusätzlich noch normales Wasser mitnehmen, um auch etwas ohne Kohlenhydrate zum trinken zur Verfügung zu haben. Zusätzlich zu meinem Rad/Lauf-Trikot würde ich das nächste Mal auch noch etwas für meine Arme mitnehmen, damit diese beim Radfahren nicht frieren, denn im Schatten war es mir einfach deutlich zu kalt an den Armen.
Noch ein paar Punkte zur allgemeinen Organisation des Events. Wir alle mussten ewig warten, bis wir unser Rad wiedererhalten hatten. Leider stand in der Anmeldung, das wir die Schwimm-Beutel aus der 1sten Wechselzone und das Rad gegen den Zeitmess-Transponder erhalten werden. Dies hat so nicht geklappt. Wir haben das Rad aus der WZ geholt und mussten dann an einer anderen Stelle die Schwimm-Beutel abholen. Hier gab es leider ein richtiges Chaos. Dies bedeutete, das ich erst ca. 3 Stunden nach dem Finishen, alles zusammen hatte, um wieder nachhause fahren zu können.
Weiterhin haben die Organisatoren wohl auch die Strecken nicht richtig abgesteckt, so habe ich von einem Freund gehört, das er 3km Umweg mit dem Rad gefahren ist. Außerdem ist dieses Problem auch auf der Laufstrecke (die ich wirklich wunderschön fand) aufgetreten. Da wussten Läufer nicht mehr, wo es denn weitergeht.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Startzeiten gewesen. Ich empfand das Wasser einfach als zu kalt, insbesondere auch ohne Neoprenanzug. Die zuerst gestartete Elite wurde wahrscheinlich auch auf den anderen Strecken (Rad und Laufen) nicht wirklich angefeuert, da es zu früh war. Vielleicht kann man bei einer weiteren Veranstaltung diese Zeiten so gegen Mittag legen, das würde für die Athleten und auch die Zuschauer die Sache deutlich einfacher machen.
Die Zeitmessung an sich hat ja super funktioniert, nur hätte ich mir gerne noch ein wenig mehr Uhren unterwegs gewünscht. Eine Zeitnahme vor den einzelnen Wechselzonen wäre auch nett gewesen, und die noch vor einem liegenden Entfernungen auf den Strecken waren nicht ersichtlich gekennzeichnet.
Insgesamt fand ich es allerdings ein schönes Ereignis und freue mich im nächsten Jahr wieder bei diesem Wettkampf anzutreten, dann vielleicht auch auf der Olympischen Distanz. (BTW, hier noch meine Urkunde).